Die digitale Volumentomographie: Was hinter diesem Verfahren steckt, wie es funktioniert und warum es für Fachärzte relevant ist

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Die digitale Volumentomographie: Was hinter diesem Verfahren steckt, wie es funktioniert und warum es für Fachärzte relevant ist



Die digitale Volumentomographie (DVT, aber auch bekannt als Cone-Beam-CT oder CBCT) ist seit einigen Jahren ein fester diagnostischer Baustein im Bereich der HNO. Aus dem zahnärztlichen Kontext heraus entwickelte sich das Einsatzgebiet dieser Technologie stetig weiter und findet inzwischen zusätzlich Einsatz in der Orthopädie und Unfallchirurgie.

Dieser Artikel klärt über die Funktionen der DVT auf, für welche Indikationen ihr Einsatz klinisch sinnvoll ist und was dieses System von anderen bildgebenden Verfahren unterscheidet.


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Grundprinzip: Diese Technologie steckt in der DVT

Das konventionelle Röntgen arbeitet mit einem gebündelten Strahl, der den Körper durchdringt und auf einem Detektor ein Summationsbild erzeugt. Herkömmliche CT-Geräte rotieren einen fächerförmigen Strahl und rekonstruieren daraus Schnittbilder – mit hoher Strahlendosis und großem Gerätaufwand.

Die DVT arbeitet mit einem kegelförmigen Strahl (daher auch der Name „Cone Beam“), der in einer einzigen Rotation um das Aufnahmefeld geführt wird. Aus den dabei erfassten Projektionsbildern wird ein dreidimensionaler Datensatz rekonstruiert – ein sogenanntes Volumen – mit isotropen Voxelgrößen von typischerweise 0,07 bis 0,3 mm.

Das Ergebnis ist ein vollständig dreidimensionaler Datensatz, aus dem beliebige Schnittebenen und 3D-Oberflächenrekonstruktionen erzeugt werden können. Die Akquisitionszeit liegt je nach System bei nur wenigen Sekunden.


Bildauflösung: Überlegenheit der DVT gegenüber der CT

Standard-CT-Geräte arbeiten mit Schichtdicken von 0,5 mm oder größer. Ein DVT-System erreicht unter Einsatz spezieller Protokolle Voxelgrößen von unter 0,1 mm. Für die Darstellung feiner knöcherner Strukturen (Ossikelkette, Handwurzel, Gelenkknorpelgrenzfläche) ist das klinisch relevant.

In der Weichteildiagnostik ist die CT weiterhin überlegen, da die DVT primär ein Verfahren für knöcherne Strukturen und angrenzende Grenzflächen ist.


Strahlenbelastung: Hier brilliert die DVT

Die Strahlenbelastung der DVT liegt deutlich unter der eines Standard-CTs. Je nach Protokoll und aufgenommenem Volumen sind Dosisreduktionen von 50–90 % gegenüber Schädel-CT und 70–80 % gegenüber Extremitäten-CT realistisch.

Moderne Protokolle zur Dosisverringerung (z.B. das SULD-Protokoll der SCS Bildgebung) ermöglichen bei bestimmten klinischen Fragestellungen DVT-Aufnahmen im Dosisbereich von wenigen konventionellen Röntgenaufnahmen. Das macht das Verfahren auch für Situationen mit wiederholter Bildgebung (Verlaufskontrollen, pädiatrische Patienten) klinisch vertretbar.


Klinische Einsatzbereiche: Ein Überblick

In der Orthopädie und Unfallchirurgie: Die Extremitätendiagnostik ist das Kerngebiet des DVT in der orthopädischen Praxis. Frakturdiagnostik (Handgelenk, Fuß, Ellenbogen), Gelenkbeurteilung (Sprunggelenk, Knie unter Belastung), Implantatkontrollen (Endoprothesen, Schrauben), Stressaufnahmen. All das ist mit einem für Extremitäten ausgelegten DVT-System möglich.

Im HNO und Schädelbereich: Nasennebenhöhlen, Mittelohr, Schädelbasis und Felsenbeinstudien sind die zentralen Anwendungsfelder in der HNO. Cholesteatom-Ausdehnung, NNH-Pathologien, präoperative Planung für Sinuschirurgie und Tympanoplastiken, Kiefergelenksdiagnostik – die DVT liefert hier eine Auflösung, die die Standard-CT nicht erreicht.


Das DVT in der Praxis: Spürbarer Wandel auch für Patienten

Ein DVT-System in der eigenen Praxis verändert den diagnostischen Workflow erheblich. Externe Überweisungen für eine Bildgebung, die bisher zum radiologischen Institut gingen, können durch den eigenständigen Betrieb vermieden werden. Befunde stehen noch am selben Tag zur Verfügung. Die Therapieentscheidung kann früher und auf besserer Datenbasis getroffen werden.

Das hat für Patienten messbare Vorteile. Für sie bedeutet das weniger Wartezeit und weniger Terminaufwand. Auch die Praxis profitiert: direktere Patientenbindung und eine differenziertere diagnostische Kompetenz.


Welche Indikationen die DVT nicht betrifft

Die Diagnostik mittels DVT ist kein MRT-Ersatz. Die Weichteildiagnostik (Bandstrukturen, Knorpelmorphologie, intramedulläre Pathologien, Weichteiltumore) bleibt dem MRT vorbehalten. Die DVT ist auch kein universelles CT: Thorax-, Abdominal- und Beckendiagnostik sind keine Indikationen.

Sie ist ein präzises Werkzeug für knöcherne Strukturen – mit definiertem Einsatzbereich und Mehrwert gegenüber konventionellem Röntgen.


Die Wahl des Systems: Das SCS MedSeries® H22 und H30 im Kontext

Die H22-Klasse von SCS ist für die Extremitätendiagnostik ausgelegt. Sie umfasst zusätzlich zu den oberen und unteren Extremitäten die Bereiche Schulter, Kopf und HWS (bis C6). Sie ist mit Protokollen ausgestattet, die für orthopädische und unfallchirurgische Fragestellungen kalibriert sind. Die H30-Klasse ist für Schädel- und HNO-Anwendungen konzipiert, mit Volumina für NNH, Mittelohr, Schädelbasis und Kiefer.

Beide Systeme sind für den niedergelassenen Facharzt entwickelt – mit Platzbedarf und Installationsaufwand, die in einer Praxis realistisch und leicht umsetzbar sind.


Fazit

Die digitale Volumentomographie ist kein Zukunftsverfahren mehr – sie ist ein praxistaugliches Diagnostikinstrument mit klar definierten Stärken im knöchernen Bereich. Für Orthopäden und HNO-Ärzte, die in der eigenen Praxis präzise Bildgebung anbieten wollen, ist DVT heute die naheliegende Option.

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