DVT des Felsenbeins: hochauflösende Bildgebung in der HNO-Diagnostik

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DVT des Felsenbeins: hochauflösende Bildgebung in der HNO-Diagnostik


Die DVT des Felsenbeins hat sich als hochauflösendes Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung der knöchernen Strukturen des Os temporale etabliert. Das Felsenbein (Pars petrosa des Schläfenbeins) beherbergt auf engstem Raum funktionell bedeutsame Strukturen des Mittel- und Innenohrs. Für deren ossäre Beurteilung ist eine überlagerungsfreie, feinauflösende Schnittbildgebung von hohem Wert. Die digitale Volumentomographie (DVT, international auch als CBCT bekannt) liefert hierfür einen dreidimensionalen Datensatz mit isotroper Submillimeter-Auflösung und ergänzt das diagnostische Spektrum in der HNO und Otologie.

In diesem Beitrag erläutern wir die anatomischen Grundlagen des Felsenbeins, die diagnostischen Anforderungen an die Felsenbein-Bildgebung, den Stellenwert der hochauflösenden DVT sowie die sachliche Abgrenzung zu CT und MRT. Für die Schädel-, HNO- und Dentaldiagnostik steht mit dem SCS MedSeries® H30 ein DVT-System zur Verfügung, das auf die Darstellung knöcherner Strukturen im Kopfbereich ausgelegt ist.


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Anatomie des Felsenbeins und des Os temporale

Das Schläfenbein (Os temporale) bildet einen Teil der seitlichen und basalen Schädelwand. Seine Pars petrosa, das Felsenbein, ist einer der kompaktesten Knochen des menschlichen Körpers und schließt zentrale Strukturen des Hör- und Gleichgewichtsorgans ein. Auf engem Raum liegen hier das Mittelohr mit Paukenhöhle und Gehörknöchelchen, das knöcherne Labyrinth des Innenohrs mit Cochlea und Bogengängen, der innere Gehörgang sowie der knöcherne Verlauf des Nervus facialis.

Die enge Nachbarschaft dieser Strukturen und ihre filigrane knöcherne Begrenzung stellen besondere Anforderungen an die Bildgebung. Bereits kleine ossäre Veränderungen können klinisch bedeutsam sein. Eine präzise räumliche Darstellung der knöchernen Anatomie ist daher die Grundlage für die radiologische Beurteilung des Os temporale.

Schlüsselstrukturen für die ossäre Beurteilung

Für die Mittelohr-Diagnostik und die Beurteilung des Felsenbeins sind unter anderem die knöcherne Begrenzung der Paukenhöhle, der Verlauf des Gehörgangs, die ossäre Umgebung der Gehörknöchelchenkette, die Pneumatisation des Warzenfortsatzes (Processus mastoideus) sowie die knöcherne Kontur des Labyrinths relevant. Da diese Details im Bereich weniger Millimeter liegen, ist eine hohe Ortsauflösung entscheidend für ihre überlagerungsfreie Darstellung.

Diagnostische Anforderungen an die Felsenbein-Bildgebung

Die Bildgebung des Felsenbeins muss feine knöcherne Strukturen im Submillimeterbereich differenziert abbilden. Im Vordergrund stehen eine hohe Ortsauflösung, ein guter Kontrast zwischen Knochen und luftgefüllten Räumen sowie die Möglichkeit, Schnittebenen frei entlang anatomischer Achsen auszurichten. Da die Strukturen des Os temporale komplex dreidimensional angeordnet sind, ist eine überlagerungsfreie Schnittbilddarstellung gegenüber dem zweidimensionalen Projektionsröntgen methodisch im Vorteil.

Für die DVT in der HNO ergeben sich daraus konkrete Anforderungen: eine isotrope Voxelauflösung, die in allen Raumebenen gleiche Bildschärfe ermöglicht; ein an die Fragestellung angepasstes Field of View (FOV); sowie multiplanare und dreidimensionale Rekonstruktionen. Die Auswahl des Aufnahmeprotokolls und des FOV erfolgt im Rahmen der rechtfertigenden Indikation und richtet sich nach der klinischen Fragestellung.

Wichtig ist die Einordnung des Anwendungsbereichs: Die DVT stellt knöcherne Strukturen dar. Weichteilprozesse, entzündliche Aktivität oder eine Beteiligung von Nervengewebe lassen sich mit einer rein knöchernen Schnittbildgebung nicht beurteilen. Die Wahl des Verfahrens richtet sich daher nach der konkreten Fragestellung und obliegt dem behandelnden Arzt.

Stellenwert der hochauflösenden DVT beim Os temporale

Die digitale Volumentomographie erzeugt aus einer rotierenden Aufnahme einen dreidimensionalen Datensatz, aus dem sich überlagerungsfreie Schnittbilder in allen Raumebenen sowie 3D-Rekonstruktionen berechnen lassen. Für die ossäre Darstellung des Felsenbeins ist dies methodisch vorteilhaft, da Überlagerungen entfallen und feine kortikale Strukturen mit hoher Ortsauflösung abgebildet werden.

Moderne DVT-Systeme für die Schädeldiagnostik erreichen eine isotrope Voxelauflösung im Submillimeterbereich. Diese hohe räumliche Auflösung ist für die hochauflösende 3D-Bildgebung in der HNO entscheidend, um feine knöcherne Konturen der Paukenhöhle, der Gehörknöchelchen und der Mastoidzellen darzustellen. Über die multiplanare Rekonstruktion lassen sich die Schnittebenen exakt entlang der anatomischen Achsen des Os temporale ausrichten, sodass knöcherne Strukturen differenziert beurteilt werden können.

Das SCS MedSeries® H30 ist als DVT-System für die Schädel-, HNO- und Dentaldiagnostik konzipiert und auf die Darstellung knöcherner Strukturen im Kopfbereich ausgelegt. Für Anwendungsfelder mit größerem Erfassungsbereich, etwa wenn neben dem Schädel weitere Körperregionen abgebildet werden sollen, steht mit dem SCS MedSeries® H50 ein Ganzkörper-DVT-System zur Verfügung. Die Auswahl des geeigneten Systems richtet sich nach dem diagnostischen Anwendungsspektrum der jeweiligen Einrichtung und der CE-konformen Zweckbestimmung des Geräts.

Strahlenexposition sachlich eingeordnet

Jede Röntgenanwendung ist mit einer Strahlenexposition verbunden und unterliegt der rechtfertigenden Indikation nach Strahlenschutzrecht. DVT-Untersuchungen im Kopfbereich werden in der wissenschaftlichen Literatur mit effektiven Dosiswerten beschrieben, die unter anderem von Gerätetyp, gewähltem Field of View und Aufnahmeprotokoll abhängen. Konkrete Dosiswerte in Mikrosievert (µSv) sind den jeweiligen Geräte- und Protokollangaben des Datenblatts zu entnehmen. Die Indikationsstellung folgt dem ALARA-Prinzip, das eine so gering wie vernünftigerweise erreichbare Exposition fordert. Eine Bewertung im Einzelfall obliegt dem behandelnden Arzt.

Abgrenzung zu Schläfenbein-CT und MRT

Für die Bildgebung des Felsenbeins stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, die sich in Aussagekraft, Verfügbarkeit und Belastung unterscheiden. Eine sachliche Einordnung unterstützt die Auswahl des im Einzelfall geeigneten Verfahrens. Die Verfahrenswahl trifft der behandelnde Arzt anhand der klinischen Fragestellung.

Schläfenbein-CT (hochauflösende Computertomographie)
Die hochauflösende Computertomographie des Schläfenbeins gilt als etabliertes Verfahren zur Beurteilung der knöchernen Strukturen des Os temporale. Sie liefert überlagerungsfreie Schnittbilder mit hoher Auflösung. Die DVT verfolgt einen vergleichbaren schnittbildgebenden Ansatz für die knöcherne Darstellung, ist jedoch konstruktiv auf die Bildgebung im Kopfbereich zugeschnitten. Welches Schnittbildverfahren im konkreten Fall eingesetzt wird, hängt von Verfügbarkeit, Fragestellung und der vor Ort vorhandenen Geräteausstattung ab.

Magnetresonanztomographie (MRT)
Die MRT arbeitet ohne ionisierende Strahlung und besitzt eine hohe Aussagekraft für Weichteilstrukturen, etwa für die Darstellung von Gewebe im Bereich des inneren Gehörgangs oder des Kleinhirnbrückenwinkels. Sie eignet sich daher für Fragestellungen, bei denen Weichteilgewebe beurteilt werden soll. Die knöcherne Schnittbildgebung und die MRT ergänzen sich in der Abklärung, da sie unterschiedliche Gewebeeigenschaften abbilden. Die Verfahrenswahl trifft der behandelnde Arzt anhand der klinischen Fragestellung.

Praxis-Workflow: DVT des Felsenbeins in der HNO

Die Integration der hochauflösenden 3D-Bildgebung in den klinischen Ablauf lässt sich strukturiert gestalten. Ein typischer Diagnostikpfad bei einer Fragestellung zur ossären Beurteilung des Os temporale kann folgende Schritte umfassen:

  1. Anamnese und HNO-ärztliche Untersuchung mit Festlegung der klinischen Fragestellung.
  2. Prüfung der rechtfertigenden Indikation nach Strahlenschutzrecht und Auswahl des geeigneten bildgebenden Verfahrens.
  3. Bei einer Fragestellung zur knöchernen Struktur: Auswahl eines an die Region angepassten Field of View und Aufnahmeprotokolls.
  4. Befundung der überlagerungsfreien multiplanaren Rekonstruktionen entlang der anatomischen Achsen des Felsenbeins.
  5. Ärztliche Entscheidung über das weitere Vorgehen auf Basis des Gesamtbefunds und gegebenenfalls ergänzender Verfahren.

Für Praxen, medizinische Versorgungszentren und Kliniken bietet ein eigenes DVT-System organisatorische Vorteile. Die Untersuchung lässt sich wohnortnah am Standort durchführen, sodass sich Schnittstellen im Diagnostikprozess reduzieren lassen. Aus wirtschaftlicher Sicht sind bei der Bewertung einer Investition Auslastung, Indikationsspektrum, Personalqualifikation und Abrechnungsrahmen einzubeziehen. Eine belastbare Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erfordert eine individuelle Analyse der jeweiligen Einrichtung.

Anwenderqualifikation und rechtlicher Rahmen

Der Betrieb eines DVT-Systems setzt die erforderliche fachliche Qualifikation und die rechtfertigende Indikation nach Strahlenschutzrecht voraus. Vor der ersten Anwendung ist eine Einweisung in das Medizinprodukt nach § 4 Abs. 3 MPBetreibV erforderlich. Diese Einweisung stellt sicher, dass das Personal das System sachgerecht und sicher bedient. Die Anwendung erfolgt im Rahmen der CE-konformen Zweckbestimmung des jeweiligen Geräts.

Häufige Fragen zur DVT des Felsenbeins

Was stellt eine DVT des Felsenbeins dar?
Die DVT des Felsenbeins erzeugt einen dreidimensionalen Datensatz, aus dem sich überlagerungsfreie Schnittbilder der knöchernen Strukturen des Os temporale in allen Raumebenen berechnen lassen. Dargestellt werden knöcherne Konturen, etwa der Paukenhöhle, der Mastoidzellen und der ossären Umgebung der Gehörknöchelchen. Die DVT ist ein diagnostisches Bildgebungsverfahren zur Darstellung anatomischer Strukturen und ersetzt nicht die ärztliche Befundung.

Worin unterscheidet sich die DVT vom Schläfenbein-CT?
Beide Verfahren liefern überlagerungsfreie Schnittbilder zur knöchernen Beurteilung des Os temporale. Die hochauflösende Computertomographie ist ein etabliertes Schnittbildverfahren, die DVT verfolgt einen vergleichbaren Ansatz und ist konstruktiv auf die Bildgebung im Kopfbereich ausgerichtet. Welches Verfahren im Einzelfall eingesetzt wird, hängt von Verfügbarkeit, Fragestellung und Geräteausstattung ab und wird ärztlich entschieden.

Eignet sich die DVT zur Beurteilung von Weichteilen am Ohr?
Die DVT stellt knöcherne Strukturen dar. Für die Beurteilung von Weichteilgewebe, etwa im inneren Gehörgang oder im Kleinhirnbrückenwinkel, ist die MRT geeignet, die ohne ionisierende Strahlung arbeitet. Die knöcherne Schnittbildgebung und die MRT ergänzen sich, da sie unterschiedliche Gewebeeigenschaften abbilden. Die Verfahrenswahl trifft der behandelnde Arzt anhand der klinischen Fragestellung.

Wie hoch ist die Strahlenexposition bei einer DVT im Kopfbereich?
Jede Röntgenanwendung ist mit einer Strahlenexposition verbunden. DVT-Untersuchungen im Kopfbereich werden in der Literatur mit effektiven Dosiswerten beschrieben, die von Gerät, Field of View und Protokoll abhängen. Konkrete Werte in Mikrosievert sind den Geräte- und Protokollangaben des Datenblatts zu entnehmen. Die Indikation folgt dem ALARA-Prinzip und der ärztlichen Rechtfertigung im Einzelfall.

Welches DVT-System eignet sich für die HNO-Diagnostik des Felsenbeins?
Für die Schädel-, HNO- und Dentaldiagnostik ist das SCS MedSeries® H30 konzipiert. Soll ein größerer Erfassungsbereich abgedeckt werden, steht mit dem SCS MedSeries® H50 ein Ganzkörper-DVT-System zur Verfügung. Für die spezialisierte Extremitätendiagnostik ist das SCS MedSeries® H22 ausgelegt. Die Auswahl richtet sich nach dem diagnostischen Anwendungsspektrum der Einrichtung und der CE-konformen Zweckbestimmung.

Hochauflösende 3D-Bildgebung des Os temporale — sachlich geplant, klinisch begründet.
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ESN – Zentrum für Sportorthopädie
Prof. Dr. med. Heinz Lohrer
Borsigstraße 2
65205 Wiesbaden
www.medical-center-wiesbaden.de

Erschienen in: SCS Magazin | Ausgabe 1


Digitale Volumentomographie mit dem SCS MedSeries® H22

SCS steht für Sophisticated Computertomographic Solutions und beschreibt die Lösung für die anspruchsvolle 3D-Bildgebung mit höchster Strahlenhygiene, höchster Bildauflösung sowie höchster Zeitersparnis für Patient, Praxis und Arzt – als Win-Win-Win-Situation – gleichermaßen.

Der digitale Volumentomograph SCS MedSeries® H22 besitzt ein breites Indikationsspektrum und ist aus der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr wegzudenken. Mit dem platzsparenden Design findet die DVT in jeder Praxis einen Platz. Dank der hohen Strahlenhygiene und der Auflösung von bis zu 0,2 mm ist der digitale Volumentomograph auch in der Pädiatrie anwendbar. Die von dieser Lösung ausgehende Strahlendosis kann unterhalb der täglichen terrestrischen Strahlendosis eingestellt werden und ist im Vergleich zur Computertomographie um bis zu 92 % geringer.

Die hochauflösenden Schnittbilder stehen, inklusive Rekonstruktionszeit, innerhalb von drei Minuten in multiplanarer Ansicht (axial, koronal, sagittal) sowie in 3D am Befundungsmonitor zur Beurteilung durch den behandelnden Arzt zur Verfügung. Im Resultat ist es mit der DVT möglich, eine 3D-Schnittbilddiagnostik durchzuführen, die sehr strahlungsarm ist, eine exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen zulässt, und sehr einfach am Patienten anzuwenden ist.

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