Perspektive DVT – „Neuroorthopädie: Verlaufskontrolle bei Densbasisfrakturen mit Super-Ultra-Low-Dose-DVT“

Lena SimmerlExtremitätendiagnostik, Fallvorstellungen, HWS, Publikationen

Perspektive DVT – „Neuroorthopädie: Verlaufskontrolle bei Densbasisfrakturen mit Super-Ultra-Low-Dose-DVT“



Ein Fachbeitrag von Herrn Prof. Dr. Oliver Tobolski



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In Köln befindet sich die Praxis Ortho4Sport, geleitet von Prof. Dr. Oliver Tobolski, der bei der Wahl des Diagnostikverfahrens auf die SCS Bildgebung vertraut. Mit Schwerpunkt auf Sportorthopädie unterstützt die 3D-Schnittbildgebung den Arzt und dessen Team dabei, Patienten wieder eine schmerzfreie Bewegung zu ermöglichen.


Die Diagnostik und Therapiekontrolle von Halswirbelsäulenverletzungen stellen besondere Anforderungen an die moderne Bildgebung. Während bei akuten Traumata die Computertomographie als etablierter Standard gilt, eröffnet ein digitaler Volumentomograph (DVT) mit Super-Ultra-Low- Dose (SULD) Dosisprofil neue Möglichkeiten in der präzisen Verlaufsbeurteilung konservativer Frakturbehandlungen. Der folgende Fall demonstriert exemplarisch die diagnostischen Vorteile dieser Technologie bei der Betreuung einer Fraktur im Bereich der HWS.


Fallbericht

Ein 69-jähriger Hobbysportler erlitt bei einem Mountainbike- Unfall eine Anderson-III-Fraktur der Densbasis. Die initiale Spiral- CT-Diagnostik zeigte eine moderate dorsale Dislokation ohne kritische Spinalkanaleinengung. Anderson-III-Frakturen repräsentieren etwa 20 % aller Densfrakturen und weisen bei konservativer Therapie Non-union-Raten unter 10 % auf. Aufgrund der breiten Kontaktfläche und fehlenden signifikanten Dislokation wurde die konservative Behandlungsstrategie gewählt. Nach siebentägiger stationärer Immobilisation wurde der Patient mit strikter Sportpause für mindestens zwölf Wochen entlassen. Die Erstvorstellung in der Praxis erfolgte zwölf Wochen post trauma bei klinisch unauffälligem Befund, jedoch ausgeprägter Patientenverunsicherung und starker Schmerzen.

DVT-gestützte Verlaufskontrolle

Die erste Kontrolluntersuchung nach drei Monaten mittels SCS MedSeries® H22 DVT, das über ein Super-Ultra-Low-Dose (SULD) Dosisprofil verfügt, dokumentierte eine ungleichmäßige, initial nur zaghaft einsetzende Kallusbildung bei eingeschränkter HWS.

Die hochauflösende 3D-Rekonstruktion des DVT ermöglichte die präzise Darstellung der Frakturspaltmorphologie und frühzeitige Detektion einer drohenden Pseudarthrose, ohne dass eine sofortige operative Intervention erforderlich wurde. Nach ausführlicher Aufklärung über operative Revisionsmöglichkeiten entschied sich der Patient explizit für die Fortsetzung des konservativen Vorgehens unter verlängerter Sportpause und milder Physiotherapie. Die Sechsmonatskontrolle mit dem DVT demonstrierte eine vollständige Frakturdurchbauung mit stabiler Kortikalis und nahezu lückenloser Knochenkontinuität ohne Restinstabilität. Schmerzfreiheit und vollständige Belastbarkeit bestätigten den konservativen Therapieerfolg.


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Technische Überlegenheit der SULD DVT-Diagnostik

Der angewendete DVT basiert auf der Kegelstrahltechnologie, einem hochauflösenden Detektor sowie einem hochentwickelten Rekonstruktionsalgorithmus und ermöglicht die Akquisition isotroper 3D-Datensätze mit Voxelgrößen bis 0,2 mm. Diese submillimeter-Auflösung übertrifft konventionelle CT-Systeme mit Auflösungen im Praxisalltag von > 1 mm deutlich und eliminiert Partialvolumeneffekte bei der Beurteilung feinster ossärer Strukturen. Ein entscheidender Vorteil liegt in der drastischen Strahlenreduktion: Während eine HWS-CT-Untersuchung etwa 1200 μSv effektive Dosis verursacht, beginnt die Exposition des DVT in diesem Bereich je nach Protokoll bereits ab 29 μSv – und ist damit sogar unter der Strahlenbelastung konventioneller Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen (ca. 50 μSv). Diese signifikante Dosisreduktion des DVT im Vergleich zum CT und zu Röntgenaufnahmen in 2 Ebenen rechtfertigt serielle Verlaufskontrollen ohne übermäßige Strahlenexposition analog den Strahlenschutzanforderungen. Die mit dem angewendeten DVT immer einhergehende multiplanare Rekonstruktion ermöglicht zusätzlich die Darstellung anatomischer Strukturen in beliebigen Schnittebenen, während Metallartefakte (in Fällen mit Ostheosynthesematerial im Zielvolumen) im Vergleich zur CT deutlich reduziert auftreten, wodurch u.a. bspw. Grenzflächen zw. Metall und Knochen deutlich besser beurteilt werden können. Besonders bei der Beurteilung der trabekulären Architektur und kortikalen Kontinuität – ob mit oder ohne Metall in diesem Bereich – zeigt der DVT somit seine diagnostische Überlegenheit.


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Klinische Relevanz und Therapieoptimierung

Die präzise Diagnostik mit dem angewendeten Super-Ultra- Low-Dose DVT optimiert Therapieentscheidungen durch ermöglichte, detaillierte Risiko-Nutzen-Bewertungen. Bei Anderson- III-Frakturen ermöglicht die hochauflösende Frakturanalyse eine individualisierte Prognoseeinschätzung und evidenzbasierte Therapiestrategie. Die objektive Dokumentation des Heilungsverlaufs stärkt das Vertrauen in konservative Behandlungsansätze und reduziert unnötige operative Revisionsindikationen. Für die konservative Behandlung sensibler anatomischer Regionen wie der Halswirbelsäule schafft der DVT eine neue Sicherheitsdimension. Die submillimeter-genaue Darstellung knöcherner Heilungsprozesse ermöglicht es, auch bei komplexeren Frakturen vertrauensvoll konservative Therapiewege zu beschreiten. Die kontinuierliche Überwachung der ossären Konsolidierung durch wiederholte DVT-Kontrollen liefert die notwendige Evidenz für therapeutische Entscheidungen und minimiert das Risiko von Heilungskomplikationen. Während traditionell bei Unsicherheiten oft der operative Weg gewählt wurde, ermöglicht die präzise Diagnostik mit dem DVT eine evidenzbasierte konservative Therapieführung mit objektiv dokumentierter Sicherheit.


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Fazit

Das SCS MedSeries® H22 mit Super-Ultra-Low-Dose (SULD) Protokoll ist fester Bestandteil der orthopädischen und unfallchirurgischen Bildgebung und zeigt sich als unverzichtbares Instrument im knöchernen Heilungsverlauf, gerade auch in der modernen Neuroorthopädie. Die Kombination aus submillimeter- Auflösung, drastischer Strahlenreduktion und multiplanarer Rekonstruktion macht den DVT zur idealen Modalität für Verlaufskontrollen konservativer Frakturtherapien. Der vorgestellte Fall demonstriert dazu deutlich, wie die präzise Bildgebung mit dem DVT operative Interventionen vermeiden und den Weg für konservative Strategien unter regelmäßiger, vertrauensvoller Bildgebungskontrolle der knöchernen Konsolidierung inkl. der dafür nötigen Patientencompliance eröffnen kann.


Prof. Dr. Oliver Tobolski
Ortho4Sport
Industriestraße 161
 

Erschienen in: BVOU Infobrief | 4 / 2025


Digitale Volumentomographie mit dem SCS MedSeries® H22

SCS steht für Sophisticated Computertomographic Solutions und beschreibt die Lösung für die anspruchsvolle 3D-Bildgebung mit höchster Strahlenhygiene, höchster Bildauflösung sowie höchster Zeitersparnis für Patient, Praxis und Arzt – als Win-Win-Win-Situation – gleichermaßen.

Der digitale Volumentomograph SCS MedSeries® H22 besitzt ein breites Indikationsspektrum und ist aus der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr wegzudenken. Mit dem platzsparenden Design findet das DVT in jeder Praxis einen Platz. Dank der hohen Strahlenhygiene und der Auflösung von bis zu 0,2 mm ist der digitale Volumentomograph auch in der Pädiatrie anwendbar. Die vom DVT ausgehende Strahlendosis kann unterhalb der täglichen terrestrischen Strahlendosis eingestellt werden und ist im Vergleich zur Computertomographie um bis zu 92 % geringer.

Die hochauflösenden Schnittbilder stehen, inklusive Rekonstruktionszeit, innerhalb von drei Minuten in multiplanarer Ansicht (axial, koronal, sagittal) sowie in 3D am Befundungsmonitor zur Beurteilung durch den behandelnden Arzt zur Verfügung. Im Resultat ist es mit dem DVT möglich, eine 3D-Schnittbilddiagnostik durchzuführen, die sehr strahlungsarm ist, eine exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen zulässt, und sehr einfach am Patienten anzuwenden ist.

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